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dot.net magazin - Editorial 10.2006

Trendspotting
Sind wir gerade wieder einmal dabei einen wichtigen Trend zu verpassen? Als ich den Artikel über die neue Microsoft RSS-Plattform von unserem XML-Autor Martin Szugat las, hatte ich (wieder einmal) ein wenig dieses Gefühl. Nicht nur, dass ich bis dahin nichts von einer solchen Plattform wusste, auch von Begriffen wie Common Feed List oder Simple List Extensions hatte ich bislang noch nie etwas gehört und was im Zusammenhang mit RSS ein Atom oder ein Feed Store sein könnte, konnte ich mir nur vage vorstellen. Kurz, mir ging es in etwa so wie etwa 90 Prozent aller Entwickler, wenn sie (meistens per Zufall) mit dem Thema RSS konfrontiert werden. Vieles spricht dafür, dass Sie in Zukunft sehr viel mehr über RSS lesen werden. Nicht unbedingt, weil es das nächste große Modewort ist, sondern, weil es tatsächlich extrem nützlich ist und ein Vorbote einer größeren Veränderung sein könnte, die sich bereits seit längerem ankündigt. RSS ist enorm praktisch, wenn es darum geht, Informationen themenspezifisch, topaktuell ohne negative Begleiterscheinungen wie Werbung oder andere fragwürdige Inhalte zu erhalten. RSS ist XML pur, aber extrem einfach in der Anwendung. Inzwischen gibt es rund 30 Millionen sog. RSS-Feeds, unter anderem natürlich auch von MSDN, unser aller Lieblingsportal. Auch das dot.net-magazin bietet (natürlich) seit geraumer Zeit einen solchen Service an (wenn Sie genau hinsehen, entdecken Sie auf www.dotnet-magazin einen kleinen XML-Button).
Das Konsumieren solcher Feeds könnte einfacher nicht sein – entweder über einen RSS-Reader oder noch bequemer über Outlook mit Tools wie NewsGator oder direkt im kommenden Outlook 2007. Und wenn Sie mit dem neuen IE7 eine Seite aufrufen, die einen Feed anbietet, wird ein entsprechendes Symbol angezeigt.
Microsoft hat den Trend erkannt und wird RSS nicht nur im kommenden Windows Vista, Outlook 2007 und SharePoint 2007 integrieren, sondern geht mit der erwähnten RSS-Plattform noch einen Schritt weiter, indem es eine (programmierbare) Basis schafft, auf der RSS-Feeds komfortabel zusammengefasst werden können. Für die neue Plattform gilt die einfache "Formel":

RSS-Plattform = Common Feed List + Feed Synchronization Engine + Feed Store
Es ist wichtig zu verstehen, dass es beim Thema RSS-Plattform längst nicht nur um das simple Konsumieren von XML-formatierten Textblöcken geht. Das war sozusagen gestern (oder vielleicht auch vorgestern). Inzwischen geht es um nicht weniger als um eine globale Informationsplattform (eine Art "semantisches Netz", das über die Abermilliarden von Textinhalten im Internet gestülpt wird), hinter der auch Geschäftsmodelle stecken können. Wie wäre es z.B. mit einem Webportal, bei dem Entwickler, die ein bestimmtes Know-how suchen, neben ihrer Problembeschreibung auch einen Betrag angeben, den sie für die Lösung bereit wären zu bezahlen? Andere Entwickler würden die Anfragen als RSS-Feed abonnieren und erhielten auf diese Weise einen stetigen Strom von Anfragen potentieller Auftraggeber. Das Schöne an RSS sind seine Einfachheit und seine universellen Einsatzmöglichkeiten – das gleiche Rezept, das bereits HTML und XML zu einem Erfolg machte. Vielleicht sollten Sie sich das neue RSS-API von Microsoft, die mit dem Internet Explorer 7 aktuell wird, einmal genauer ansehen und natürlich den Artikel von Martin Szugat lesen.
Damit sich einen ersten Eindruck von der Nützlichkeit der Informationen verschaffen können, die Ihnen künftig in den Briefkasten flattern werden, hier eine kleine Kostprobe:
  • Immer noch keine Spur von Orcas – eigentlich hätte es schon längst eine erste CTP der kompletten IDE des VS-2005-Nachfolgers geben sollen.
  • Codewort der Woche: Rosario – dahinter verbirgt sich bereits ein "Nachfolger" von Orcas, aber auf der Ebene von Visual Studio Team System (es ist aber nicht VSTS for Databases, über das Sie in der aktuellen Ausgabe des dot.net magazin etwas lesen können und das es bereits Ende des Jahres als kostenloses Update geben soll).
  • Es gibt leider nur acht Planeten in unserem Sonnensystem– das Universum birgt doch weniger Geheimnisse als vermutet.
  • Ruby-Kritiker – nicht jeder sieht die Notwendigkeit für neue Sprachen wie Ruby, mehr unter blogs.msdn.com/imtesty/archive/2006/06/08/621755.aspx.
  • Microsoft macht Spiele-Entwicklern eindeutige Angebote – mit Visual Studio XNA, das bereits als Vorabversion erhältlich sein sollte, lassen sich in Zukunft Anwendungen auf der Basis von Managed DirectX entwickeln, die sowohl auf dem PC als auch auf der XBox 360 laufen.
  • Hochkarätige Experten zum Anfassen lautet auch dieses Mal wieder das Motto unserer Herbst-BASTA! Sie sind hoffentlich dabei.
Sie sehen, das Lesen von RSS-Feeds kann recht unterhaltsam sein.

Eine informative Zeit beim Lesen des "restlichen Contents" wünscht Ihnen,

Ihr Peter Monadjemi
Chefredakteur des dot.net magazin


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