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dot.net magazin - Editorial 7/8.2006

1:0 für dot.net in der 89. Minute
Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist die Fußball WM 2006 schon ein paar Tage alt und genauso lang war die Welt bereits zu Gast bei Freunden. Wie viele Millionen anderer Fußballfans und Landsleute habe ich an den Klassiker WM'74 viele schöne Erinnerungen und bei keinem Länderspiel danach mehr so mitgefiebert wie beim legendären Endspiel in München (Gerd Müller auf der letzten CeBit zu treffen, wenn auch nur für ein paar Minuten zwischen zwei Messehallen, war ebenfalls ein ganz besonderes Erlebnis). Auch wenn es auf den ersten Blick etwas an den sprichwörtlichen Haaren herbeizogen erscheint, gibt es zwischen Fußball und Software-Entwicklung mindestens eine direkte Verbindung – die Begeisterungsfähigkeit für eine Sache, die für Außenstehende stets ein wenig "seltsam" (das ist unter Umständen noch harmlos umschrieben) erscheint, die aber viele Menschen auf der Welt eint und die so etwas wie eine gemeinsame Sprache darstellt. (Auch in der Fußball-Welt gibt es mit dem Straßenfußball, den alternativen Ligen und natürlich dem FC St. Pauli eine Art "Open-Source"-Bewegung. Und mit der oft selbstherrlich, regulierungswütig, mit Allmachtsanspruch auftretenden Fifa ein "Imperium", das viele, die noch an den Geist des Fußballs glauben, schon bei der Erwähnung des Namens in Rage versetzt – wer diesen Part, natürlich zu Unrecht, in der Software-Welt übernimmt, muss an dieser Stelle nicht vertieft werden.)

Und sowohl in der Welt des Fußballs als auch in der der Software-Entwicklung gibt es kein Ende. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel und ein IT-Projekt wird bekanntlich auch nie zu 100 Prozent fertig. Fertig wurde, und darauf bin ich wirklich stolz, auch wenn ich daran keinen direkten Anteil hatte, unser WM-Tippspiel. Das "Wunder von Bern" ist erneut wahr geworden und es bedurfte in der Tat "11 Freunde" damit aus einem kühnen Traum ein Projekt wurde, das sich sehen lassen kann. Das Team um Thomas Becker hat in den letzten Monaten Hervorragendes geleistet (alle Team-Mitglieder werden selbstverständlich in diesem Heft vorgestellt). Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Ich weiß, dass es alles andere selbstverständlich ist, Wochen der Freizeit zu opfern und an das Gelingen eines Projekts zu glauben, das auf der Frühjahrs-BASTA! auf einem Bierdeckel skizziert wurde.

Ursprünglich war das Projekt als eine Art Wettbewerb mit den Kollegen des Java Magazin geplant (die Idee dazu stammte vom Chefredakteur Sebastian Meyen), die dieses Mal (anders als bei der EM 2004) nicht so richtig vorankamen. Ob es an der falschen Version des Spring Frameworks lag, ob der Java-Byte-Code Lücken aufwies, ob der O/R-Mapper ein wenig brüchig war oder sich der Community Process sich nicht über die Spezifikation einigen konnte, darüber können wir nur spekulieren. Vermutlich lag es einfach daran, dass solche Projekte nur funktionieren, wenn sich Menschen zusammenfinden, die Begeisterungsfähigkeit und Können mitbringen, und wenn es jemand gibt, der die Rolle eines "Benevolent Dictators" übernimmt. Herausgekommen ist ein Projekt, das modernste .NET-Technologien und mit der Objektdatenbank db4o, als Alternative zu einem Datenbankserver, auch eine Prise Open Source kombiniert, das mit agilen Methoden umgesetzt wurde, natürlich serviceorientiert aufgebaut ist und eine phantastische Oberfläche bietet. Geboten werden neben einer Portal-Homepage (die Entwickler haben Virtual Earth integriert, um die Spielorte auf einer Landkarte anzeigen zu können) auch ein attraktiver Client für die Abgabe von Tipps. Gewonnen hat am Ende, wer am erfolgreichsten auf Spiele und andere "Events" getippt hat. Es wird also einiges geboten, sodass Sie nicht nur wegen der Aussicht auf attraktive Preise mitmachen sollten – mehr dazu auf www.dotnet-magazin.de).

Wenn Sie diese Zeilen lesen, befinden sich vielleicht am Strand, in den Bergen oder an einem Ort, an dem die Entspannung im Mittelpunkt steht, kurz Sie sind (hoffentlich) im Urlaub. Einige der Artikel in unserer Sommerausgabe wurden daher "urlaubskompatibel" gestaltet, sie lassen sich bequem am Strand, am Pool oder beim Warten auf den verspäteten Rückflug lesen. Dazu gehört eine Übersicht über die neuen Technologien, die mit Windows Vista spätestens im Frühjahr nächsten Jahres aktuell werden. Dazu gehört eine lesenswerte Übersicht über die "neuen" Features von C# 2.0 von Jural Lovy im MSDN-Teil – und dazu gehört auch unser neues Kreuzworträtsel, das mit dieser Ausgabe startet.

Wir nutzen die kurze Sommerpause nicht nur dafür, möglichst viele Spiele der WM irgendwo im Freien sehen zu können (unser Redakteur Markus hatte damals den richtigen Riecher und eine Optionsserie für Trinidad Tobago erworben – der Glückspilz – und darf unter anderem das Spiel gegen England sehen), sondern auch für ein paar Neuerungen beim kommenden Heft 9, das erscheinen wird, wenn die WM 2006 schon lange wieder vorbei ist und alle Freunde wieder zu Hause sind.

Viel Spaß mit den Artikeln des Heftes, mit dem WM-Tippspiel und ein wenig Erholung wünscht Ihnen,

Peter Monadjemi


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