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Unsere Autoren

Thomas Becker Marcellus Buchheit
Dirk Frischalowski Christian Gross
Matthias Gleichmann Tobias Hauser
Ralf Huettl Udo Killermann
Jens Konerow Thomas Müller
Jochen Reinelt Martin Szugat
Sebastian Weber Jörg Wegener
André Wussow  
Autorenporträt: Jörg Wegener

Was ist für Dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Wenn ich Software für Bereiche oder Branchen entwickle, in denen ich mich nicht so gut auskenne, nutze ich oft die Gelegenheit, um meinen Horizont ein wenig zu erweitern. Ich informiere mich sehr gern über die Vorgehensweise oder die Inhalte aus den anderen Bereichen, um zukünftig Probleme auch einmal von einer anderen Perspektive betrachten zu können. Diese Vielfalt findet man meines Erachtens in nur sehr wenigen Berufen.

Was ist für Dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Leider hat der Tag nur 24 Stunden. Oft fallen mir gute Ideen ein, die aber aus Mangel an freier Zeit nicht umgesetzt werden können oder weil ich mich erst einarbeiten müsste. Hätte ich mehr Zeit zur Verfügung, könnte ich mich auch mal mit seinen Lieblingsthemen beschäftigen – so muss ich leider immer wieder zu Gunsten kommerzieller Projekte abwägen.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren Deine Arbeit beeinflusst?
Mit dem .NET Framework habe ich mich bereits seit den frühen Beta-Versionen beschäftigt. Schon damals habe ich erkannt, wie wichtig diese Plattform für meine zukünftige Arbeit sein wird. Daher habe ich auch so früh wie möglich damit begonnen, fast vollständig auf .NET zu wechseln.

Wenn Du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest Du ändern?
Meine erste Entscheidung wäre sicherlich, die Führungsspitze etwas umzugestalten, um mich selbst dort unterzubringen. Schließlich können die wichtigen Entscheidungen nicht an einem Tag getroffen werden, sondern erfordern kontinuierliches Eingreifen. Meine zweite Entscheidung würde dann auch schon auf die Wahl des Mittagessens fallen ...

Wenn Du nicht Programmierer geworden wärest, was wäre dann heute Dein Beruf?
Sicherlich würde ich mich im grauen Alltag des Büros wieder finden und müsste Rechnungen oder Belege sortieren. Letztendlich war es eine Verkettung von Zufällen, die mich auf meinen jetzigen Pfad gebracht haben. Außerdem habe ich meinen damaligen Kollegen viel zu verdanken, die mein Interesse für Computer richtig gefördert haben.

Was ist Dein momentanes Lieblingsbuch?
Durch meine Arbeit komme ich leider kaum zum Lesen. In den letzten Monaten sind es mehrere Reiseführer über New York gewesen, die ich als Vorbereitung für meinen Urlaub gelesen habe. Zu empfehlen wäre hier "TimeOut New York" oder "Vis-À-Vis New York". Da beide sehr gut sind, fiel mir die Wahl eines Lieblingsbuches sehr schwer.

Autorenporträt: Thomas Becker

Was ist für Dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Etwas Kreatives zu erschaffen oder zu verändern. Leider habe ich zwei linke Hände was Handwerk oder Kunst angeht, aber mit der Programmierung kann auch ich neue und zumindest für mich schöne Werke erschaffen. Mich reizt es immer, neue Technologien und Wege auszuprobieren und täglich vor neue Rätsel, Aufgaben und Herausforderungen gestellt zu werden. Ich schaue mir gerne neue Technologien an und erarbeite dann neue Konzepte, bei denen ich es mir nicht nehmen lasse, selbst mit an der Programmierung teilzunehmen. Aber auch die Konzeption im Team und die Möglichkeit zuzusehen, wie die Software aus vielen Einzelteilen entsteht, ist eine sehr reizvolle Sache.

Was ist für Dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
"Wann ist es fertig?" – das ist die Kehrseite der Medaille, wenn man beruflich mit Software zu tun hat. Man muss lernen, mit diesem Druck umzugehen und an sich und seine Idee glauben, damit man nicht die Freude an der Programmierung verliert. Wenn ich Konzepte wie .NET vorstelle, machen mich Anmerkungen wie "kann man das nicht auch in C machen?" oder das berühmte "Kanonen auf Spatzen" sehr traurig.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren Deine Arbeit beeinflusst?
Sehr. Ich war ein Java-Fan der ersten Stunde und .NET war für mich der konsequente nächste Schritt. Vor allem der Spaß-Faktor mit den tollen Tools und die Interoperabilität zur Windows-Plattform haben es mir angetan. Dank .NET kann ich endlich Visionen aufzeigen und auch robust umsetzen. Natürlich kann .NET nicht alles, aber .NET gibt mir die notwendigen Bindemittel in die Hand, um aus verschiedensten Komponenten eine Lösung zu erschaffen.

Wenn Du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest Du ändern?
Eine flexiblere Lizenzpolitik einbringen. Ich kann durchaus verstehen, dass Microsoft als Firma ihre Investitionen schützt und mit den neuen Tools und Technologien, was die Lizenz- und Preisbildung angeht, professionellste Wege beschreitet. Ich würde es dennoch kleineren Unternehmen ermöglichen, zu vertretbaren Kosten diese professionellen Tools einsetzen zu können. Beispielsweise würde ich das Unit Testing der Visual Studio 2005 Team Edition auch zu einen erschwinglichen Preis für das Visual Studio 2005 Professional freigeben. Nur so kann neue Innovation auch mit Microsoft-Technologie am Markt erfolgreich sein oder Leute können auch privat einfach nur Spaß haben. Im Vergleich zu Open Source oder Linux sind Microsoft-Lizenzen für kleine IT-Unternehmen, deren Kapital ja eben in der Eigenarbeit besteht, schwer zu budgetieren.

Wenn Du nicht Programmierer geworden wärest, was wäre dann heute Dein Beruf?
Mein Traumberuf würde sich im Bereich Sport und Menschen bewegen. Vielleicht Ski- oder Tauchlehrer, das wäre etwas. Oder, wenn ich die Begabung hätte, würde ich gerne Musik machen, auch beruflich.

Was ist Dein momentanes Lieblingsbuch?
Um an dieser Stelle ganz ehrlich zu sein: Leider lese ich viel zu wenig, nur im Urlaub. Ansonsten steckt mein Kopf immer in Fachbüchern oder Magazinen. Wenn ich lese, dann am liebsten Geschichts- oder Konspirationsliteratur. Zuletzt gelesen hatte ich Dan Browns "Da Vinci Code" – das hatte mich als Urlaubslektüre durchaus gefesselt.

Autorenporträt: Jochen Reinelt

Was ist für dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Am Anfang steht immer ein Problem, das gelöst werden muss. Besonders interessant sind natürlich Aufgabenstellungen, die sich aus einem Hobby ergeben oder der Erleichterung der täglichen Arbeit dienen. Je nach Lust und Laune, kann ich diese Aufgabe dann in kurzer Zeit erledigen oder aber mit viel Kreativität und Geschicklichkeit eine besonders elegante Lösung suchen. Wenn ein paar Stunden später alles funktioniert, fühlt man sich fast wie ein Bergsteiger der auf dem Gipfel angekommen ist – und freut sich jedes mal wieder, wenn man die aus eigener Kraft erstellte Software das nächste Mal einsetzt.

Was ist für dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Für viele Auftraggeber ist der Software-Entwicklungsprozess eine Black Box und sie geben sich auch keine besondere Mühe, ihn besser zu verstehen. Dementsprechend reagieren sie mit Unverständnis, warum bestimmte Änderungen etwas länger dauern können oder warum eine bestimmte Funktionalität besonders komplex und schwierig zu realisieren ist. In der Folge, wird die eigene Leistung dann nicht gewürdigt und entsprechend anerkannt – aber mit diesem Problem haben wohl alle Spezialisten zu kämpfen.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren deine Arbeit beeinflusst?
Das .NET Framework erlaubt es weitgehend, das eigentliche Problem und dessen Lösung in den Vordergrund zu stellen und nicht die Technik, die dahinter steckt. Ich bin froh, heute auf dieser Abstraktionsebene arbeiten zu können. Auch die verbesserten Tools und die gut strukturierte Dokumentation haben meine Produktivität immens gesteigert. Mit .NET 2.0 und Visual Studio 2005 wurde nochmals vieles verbessert, allerdings leider auch auf Kosten gesteigerter Komplexität.

Wenn du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest du ändern?
Ich glaube das Management von Microsoft macht meistens einen ziemlich guten Job! Häufig scheitert man schon daran, eine Sache nur zwei Personen recht zu machen – Produkte wie Windows und Office haben tausende Features und werden von vielen Millionen Menschen mit unterschiedlichstem Vorwissen benutzt. Kein Wunder, dass dabei jeder etwas zu meckern findet. In Sachen Stabilität und Sicherheit ist inzwischen ein wirklich guter Stand erreicht. Der Konkurrenzdruck an dieser Stelle ist erfreulich und erzwingt die Flexibilität aller Beteiligten. Schade deshalb, wenn versucht wird die Konkurrenz durch Software-Patente klein zu halten – in diesem Krieg gibt es keine Sieger.

Wenn du nicht Programmierer geworden wärest, was wäre dann heute dein Beruf?
Software-Entwicklung besteht zum Glück nicht nur aus reinem Programmieren – das wäre mir schnell zu langweilig. An meiner aktuellen Tätigkeit als Consultant gefallen mir die ständige Abwechslung, die immer wieder neuen Projekte und die permanente Weiterentwicklung. Dabei sind neben technischen Fähigkeiten auch viele Soft Skills gefragt. Ich analysiere, strukturiere, plane und schreibe recht gerne. Damit könnte ich wohl in vielen Bereichen arbeiten. Aber IT interessiert mich dann doch am meisten.

Was ist Dein momentanes Lieblingsbuch?
"A Short History of Nearly Everything" (deutscher Titel "Eine kurze Geschichte von fast allem") von Bill Bryson. Eine kurzweilige Abhandlung über die Erkenntnisse der Naturwissenschaften, vom Urknall bis zu unserem modernen Leben. Das Buch beschreibt die Anfänge der Wissenschaft und die dahinter stehenden Personen mit vielen Anekdoten. Es präsentiert aber auch den aktuellen Forschungsstand, mit überwältigenden Zahlen und Fakten über unsere Welt und unser Leben.

Autorenporträt: Matthias Gleichmann

Was ist für dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Als schönsten Aspekt beim Programmieren empfinde ich die kreative Freiheit, die zum einen in der Lösung der Gesamtaufgabe, zum anderen auch in den kleinen Details verborgen ist. Die Schönheit einer performanten Schleifenprogrammierung oder eines optimal austarierten Multithreadings mag im Auge des Betrachters liegen – im Ergebnis werden diese Details aber als Ganzes wahrgenommen: Als einfach gute Software.

Was ist für dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Die ständig abnehmende Toleranz der Konsumenten von Software für die Tatsache, dass der Programmierer auch das große Ganze im Blick halten muss und daher Veränderungen, die isoliert betrachtet, nicht aufwendig sind, trotzdem unter Umständen mehr Zeit benötigen, um im Gesamtzusammenhang wieder einwandfrei zu funktionieren. Jedem würde einleuchten, dass man in einem Autogetriebe nicht ein kleines Zahnrad durch ein etwas größeres ersetzen kann, ohne die Position und die angrenzenden Zahnräder mit zu verändern – bei Software wird dieser Effekt aber zunehmend als lästiges Entwicklergeplapper abgetan. Möglicherweise müssen wir uns aber auch selbst an die Nase fassen, denn welcher Entwickler hat seinem Kunden nicht schon einmal gesagt: Na, das können wir sofort machen, kein Problem.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren deine Arbeit beeinflusst?
Massiv! Neben der hervorragenden Grundidee finde ich mich in allen Bereichen, in denen ich das .NET Framework bislang eingesetzt habe, zuhause. Microsoft hat hier einen guten Job gemacht! In der Version 1.1 gab es noch einige Themen, die zu vervollständigen waren. Soweit ich es heute beurteilen kann, enthält .NET 2.0 alles was mein Herz begehrt.

Wenn du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest du ändern?
Wahrscheinlich gar nichts – es ist anzunehmen, dass die Unternehmensführung von Microsoft in jeder Beziehung so optimal wie möglich ist. Wäre Microsoft denn sonst die maßgebliche Firma dieser Welt geworden?

Wenn du nicht Programmierer geworden wärest, was wäre dann heute dein Beruf?
Wenn man vor zehn Jahren keine Programmierer und heute keine Business-Intelligence-Fachleute gebraucht hätte, hätte ich mein Studium beendet und wäre heute selbstständiger Ingenieur für Versorgungstechnik.

Was ist dein momentanes Lieblingsbuch?
"Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann.

Autorenporträt: Thomas Müller

Was ist für dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Der schönste Aspekt bei der Programmierung ist immer wieder neue Türen zu neuen Techniken und Technologien aufzustoßen. Da meine beruflichen Wurzeln in der Zimmerei liegen, gibt mir der Vergleich eines guten Software-Designs mit dem Bauplan eines Hauses ein Gefühl von alt bekannter handwerklicher Tätigkeit – das macht Spaß.

Was ist für dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Immer wieder feststellen zu müssen, das wiederkehrende Routinen schon längst in eigene Komponenten gefasst hätten werden sollen, mir aber die Zeit dazu fehlt.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren deine Arbeit beeinflusst?
Mir hat das .NET Framework eine große Chance gegeben, als Quereinsteiger festen Fuß in der Entwicklergemeinde zu finden. Dabei sind es gerade die Foren, User Groups, Newsgroups und Fachmagazine die einen großen Anteil daran haben.

Wenn du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest du ändern?
Vormittags würde ich eine Gruppe bilden, die sich ausschließlich damit beschäftigt, die MSDN-Dokumentationen für alle Sprachsyntaxen zu vervollständigen. Nachmittags würde ich eine weitere Gruppe bilden, die sich mit einer besseren und benutzerfreundlichen Visualisierung der Funktionalitäten von Microsoft-Produkten befassen wird. Das Ziel liegt dabei auf der Umsetzung innerhalb eines Jahres ;-).

Wenn du nicht Programmierer geworden wärest, was wäre dann heute dein Beruf?
Das ist für mich sehr schwer zu beantworten, da ich in der glücklichen Lage war, viele Berufsbilder ausüben zu können. Angefangen vom Koch, Möbelrestaurator bis hin zum Zimmermannsmeister. Einen Beruf gibt es aber, den ich schon sehr früh ausüben wollte: Das Handwerk des Uhrmachers hat mich schon immer fasziniert – insbesondere das mechanische Zusammenspiel der einzelnen Teile zu einem Ganzen.

Was ist dein momentanes Lieblingsbuch?
Im Bereich der Fachliteratur lese ich zurzeit in den Büchern "Code Complete" (in der 2.Auflage) und "Practical Guidelines and Best Practices for Microsoft Visual Basic and Visual C# Developers". Am meisten freue ich mich aber auf die neue Version des Buchs "Inside Visual Studio .NET 2003", was ja nun den Titel "Arbeiten mit Visual Studio 2005" trägt. Privat lese ich sehr gerne die Bücher von Anthony Bourdain.

Autorenporträt: Marcellus Buchheit

Was ist für dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Einerseits beim Entwurf und bei der Kodierung angewandt kreativ zu sein und dann beim Debuggen die Fehlersuche – beides sind die spannendsten Videospiele, die es gibt.

Was ist für dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Die vielen Routinearbeiten, etwa das ständige Update des Betriebssystems, und die Abhängigkeit von Tools (etwa Compiler), die manchmal nichts tun, wie sie sollen.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren deine Arbeit beeinflusst?
Es hat meinen Glauben gefestigt, dass Microsoft eine Zukunft hat und es hat alle früheren Vorurteile über Garbage Collection, Managed Code und objektorientierte APIs für immer vom Tisch gefegt.

Wenn du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest du ändern?
Ich würde eine Gruppe mit den besten Leuten aus unterschiedlichen Disziplinen (etwa Arbeitswissenschaftler, Psychologen, Programmierer, Designer) zusammenstellen, die ermitteln, wie Anwender mit unterschiedlicher Erfahrung und Umfeld tatsächlich mit einem Computer am liebsten arbeiten würden, und am Ende endlich ein Betriebssystem ohne Altlasten entwerfen, das Anfänger wie Experten wirklich begeistern würde.

Wennd nicht Programmierer geworden wärest, was wäre dann heute dein Beruf?
Vermutlich irgendetwas anderes praktisches Kreatives, ständig im Spannungsfeld zwischen hochfliegender Phantasie und praktischen Grenzen – etwa Architekt oder Designer von Alltagsgegenständen oder Schriftarten.

Was ist dein momentanes Lieblingsbuch?
Susan Lammers' "Programmers at work: Interviews" (deutscher Titel: "Faszination Programmieren") hat mir vor 20 Jahren gezeigt, warum Software-Entwicklung wirklich ein Traumberuf ist. Das zuletzt gelesene Buch, das mich fasziniert hat, ist Fred Moodys "Seattle and the Demons of Ambition: A love story". Es hat mir klar gemacht, warum ich gerne in der Umgebung dieser Stadt lebe.

Autorenporträt: Tobias Hauser

Was ist für dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Vor allem das Endergebnis. Beim Programmieren handelt es sich um etwas Funktionierendes, beim Schreiben um ein gedrucktes Buch oder ein gedrucktes Magazin. Auch wenn man das Endergebnis nach der endgültigen Fertigstellung nur selten anschaut, ist es doch immer da und ich weiß, wie viel Aufwand es mich gekostet hat.

Was ist für dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Die typischen täglichen Organisationsplagen, mit denen man sich als kleine Firma konfrontiert sieht: Rechnungen, Steuern, schlechte Terminabsprachen. Das ist ein wenig wie die Hydra, schlägt man einen Kopf ab, wächst ein neuer.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren deine Arbeit beeinflusst?
Für mich als Webentwickler ist ASP.NET vor allem als neue Alternative hinzugekommen. Egal ob Bücher, Artikel oder Projekte, die Arbeit mit dem .NET Framework hat mir dabei sehr viel Spaß gemacht. Den typischen Web-Zusammenarbeitsprozess beispielsweise mit unseren Grafikern, Usability-Experten und Beratern hat ASP.NET nicht so stark beeinflusst wie das sicherlich in anderen Bereichen wie der Windows-Entwicklung der Fall ist. Bei Web Services, einem weiteren meiner Interessensgebiete, ist das sicherlich anders. Das Thema entstand hauptsächlich mit dem .NET Framework.

Wenn du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest du ändern?
Zuerst einmal meinen Vertrag auf ein Jahr verlängern, um vernünftige Änderungen durchsetzen zu können. Im Ernst, die Strategie eines Unternehmens meinen Wünschen anzupassen, wäre wohl etwas verfehlt. Für die Microsoft-Produkte, die mich betreffen, habe ich natürlich schon ein paar Wünsche. Allerdings kann man im Großen und Ganzen sagen, dass ich mit ASP.NET 2.0 schon recht zufrieden bin.

Wenn du nicht Programmierer geworden wärest, was wäre dann heute dein Beruf?
Als reinen Programmierer würde ich mich eigentlich gar nicht bezeichnen. In meinem Job spielen Webdesign, Usability, Accessibility, Beratung und vieles mehr eine Rolle. Nicht zuletzt sehe ich mich als Autor und Trainer eher im Bereich der Wissensvermittlung. Wäre es nichts Technisches geworden, würde ich wohl meinem Studium folgen und als „reiner“ Betriebswirt arbeiten.

Was ist dein momentanes Lieblingsbuch?
Privat gibt es eigentlich kein Lieblingsbuch an sich. Joachim Fernau kommt einem Lieblingsautor aber wohl am nächsten. Beruflich aktuell "XSL-FO" von Pineda, Krüger.

Autorenporträt: Udo Killermann

Was ist für dich der schönste Aspekt beim Entwicklen?
Ich schaue gerne hinter das Ziffernblatt und setze mich mit neuen Technologien auseinander. Als Entwickler habe ich in einem gewissen Rahmen die Möglichkeit, diese Technologien zu erkunden und ihren Einsatz auszuloten. Schön ist dabei der konstruktive Austausch mit Gleichgesinnten. Wenn ich ein Thema nicht gut erklären kann, dann habe ich es noch nicht vollständig verstanden.

Was ist für dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Dass in der Ansicht mancher Zeitgenossen jeder Kanal mit Werbung und anderen nutzlosen Informationen voll gestopft werden muss. Bis vor einem Jahr kannte ich dieses Phänomen aus E-Mails, Trial-Versionen und Webauftritten. Die Überflutung von offenen Diskussionsforen mit sinnlosen Beiträgen, die nur den Zweck haben, eine kommerzielle URL zu verbreiten, die nichts mit den Themen oder der Gemeinschaft zu tun hat, ärgert mich in jüngster Zeit. Diese Art der Informationsverunreinigung hindert mich an der täglichen Arbeit.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren deine Arbeit beeinflusst?
Das .NET Framework zeigt mir ebenso wie Java, dass gute Ideen wiederkommen. Mein erster Computer war ein Apple, ausgestattet mit Apple-DOS, der mit einer Z80-Karte auch mit CP/M betrieben werden konnte. Fasziniert hat mich damals, dass das UCSD-P-System Anwendungen erzeugte, die sowohl unter 6502 als auch Z80 liefen – das Geheimnis war der P-Code Interpreter. Heute sagt man virtuelle Maschine dazu. Natürlich geht das .NET Framework weiter als die P-Maschine und auch die JVM, da es von Anfang an nicht eine, sondern viele Programmiersprachen integriert, mir damit als Entwickler eine freie Wahl lässt. .NET erlaubt mir den Einsatz derselben Werkzeuge für die Entwicklung von Anwendungen, die auf so unterschiedlichen Plattformen wie Desktop, SmartDevice und in verteilten Umgebungen laufen. Dabei hebt .NET nicht alle Unterschiede der verschiedenen Endgeräte auf, doch kann ich mich auf die 10% Besonderheiten konzentrieren und muss nicht jedes Mal komplett umdenken.

Wenn du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest du ändern?
Ich würde gemeinsam mit anderen Herstellern von serviceorientierten Architekturen (SOA) eine Initiative ins Leben rufen, die das leidige Thema der Schnittstellenversionen für Services übergreifend löst. Aus meiner Sicht ist dies ein zentrales Thema, das die Verbreitung von Services in und zwischen Unternehmen nachhaltig hemmt. Auch wenn ich heute in jeder IDE auf Knopfdruck einen Web Service generiert bekomme, kenne ich noch keinen übergreifenden Ansatz, der den Lebenszyklus von Serviceanwendungen und gerade die Kompatibilität von Service-Versionen angemessen berücksichtigt. Sollte dieses Thema nicht bald angegangen werden, so werden die SOAs von heute die Altanwendungen von morgen.

Wenn Du nicht Entwickler geworden wärest, was wäre dann heute Dein Beruf?
Egal ob Systemarchitekt, Technologieberater, Autor oder Dozent – meine Berufung hat etwas mit IT zu tun. Auch wenn ich gern hinter das Ziffernblatt schaue, bekomme ich das mechanische Uhrwerk meist nur unvollständig wieder zusammen – Schraubendreher, Zange und Pinzette sind nicht meine Werkzeuge. Mit Tatstatur, Maus, Block, Flipchart und Stift kann ich meine Ideen ausdrücken und umsetzen. Ein Berufsumfeld ohne IT-Gestaltung kann ich mir nicht vorstellen.

Was ist dein momentanes Lieblingsbuch?
Ich lese "The Wind-up Bird Chronicle" von Haruki Murakami, der mit seinen Romanen einerseits Einblick in die jüngste Vergangenheit Japans gibt und andererseits die innere Welt seiner Hauptfiguren ausleuchtet.

Autorenporträt: Dirk Frischalowski

Was ist für dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Die Vielfältigkeit der Aufgaben und die damit verbundene Abwechslung. Der "Kampf" mit dem PC, ihm etwas Neues beizubringen und letztendlich das Ergebnis "in der Hand zu halten", welches hoffentlich anderen die Arbeit erleichtert.

Was ist für dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Als Freiberufler ist diese Frage leicht zu beantworten, da ich neben meiner täglichen Arbeit auch als Sekretär, im Marketing, als Manager und im Vertrieb arbeiten muss – dies hemmt die Arbeit doch schon sehr. Da ich berufsbedingt viel mit der unterschiedlichsten Software zu tun habe, kommen noch solche Dinge wie unzureichende Dokumentationen, schlechte Bedienbarkeit und (De-)Installationen hinzu.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren deine Arbeit beeinflusst?
Neben Delphi und Java (C und C++ sind bei mir wegen Auftragsmangel schon gestorben) kam für mich eine weitere Alternative für die Entwicklung meiner Anwendungen hinzu. Das ermöglicht optimalere Ergebnisse, macht aber auch den Entscheidungsprozess wieder etwas schwieriger. Es ist in jedem Fall eine neue Denkweise beim Programmieren notwendig, etwa wegen der Garbage Collection oder dem Managed Code.

Wenn du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest du ändern?
In bestimmten sicherheitsrelevanten Bereichen würde ich die vielen Automatismen entfernen lassen, denn durch sie öffnet ein unerfahrener Windows-Benutzer Eindringlingen Tür und Tor. Oft hemmen sie auch die Arbeit statt sie zu beschleunigen. Ansonsten möchte ich gar nicht so viel ändern, da die neuen Themen mir viele neue Aufgabengebiete eröffnen – ein Beispiel ist für mich Avalon, mit dem ich mich am liebsten sieben Tage die Woche beschäftigen möchte.

Wenn du nicht Programmierer geworden wärest, was wäre heute dein Beruf?
Ich würde mich nicht nur als Programmierer bezeichnen, sondern auch als Autor, Trainer und Consultant. Wenn man mir also den PC wegnehmen würde, wäre sicher Autor meine erste Wahl. Aber dann muss ich hoffentlich nicht mit einer Schreibmaschine schreiben.

Was ist dein momentanes Lieblingsbuch?
Ein IT-Buch zu nennen, wäre sicher genauso passend wie unpassend. Da ich in Fantasy-Romanen die meiste Abwechslung zu meiner Arbeit finde, bin ich letztes Jahr auf "Die Elfen" von Bernhard Hennen gestoßen. Als mein Lieblingsbuch würde ich es zwar nicht bezeichnen – es gibt für mich eigentlich kein konkretes, es wäre aber sicher auf den vorderen Plätzen.

Autorenporträt: Ralf Huettl

Was ist für dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Im Team erarbeitete Ideen auszubauen und zu realisieren. Hierbei spielt die Selbstverwirklichung eine große Rolle, indem eigene Ideen in das Gesamtsystem einfließen. Einen weiteren Aspekt und eine immer wieder interessante Herausforderung stellt die in jeder Iteration durchzuführende Bewertung des Gesamtsystems und die daraus resultierenden Anpassungen dar.

Was ist für dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Zeitdruck, unter dem das Ausbaupotential eigener Ideen leiden muss. Oft sind es auch zeitaufwändige organisatorische Hürden, die für individuelle Lösungen und eigene Ideen nur eingeschränkt Platz bieten.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren deine Arbeit beeinflusst?
Nach einer Einarbeitungsphase konnte ich den 80%-Stand von Prototypen wesentlich schneller erreichen, da die Vielfalt des Framework sehr viele Möglichkeiten und eine ganze Menge nützlicher Komponenten zum sofortigen Einsatz bietet – wobei Visual Studio .NET und eine Reihe weiterer "Entwicklungshelferlein" einen großen Teil dazu beigetragen haben.

Wenn du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest du ändern?
Ich würde verstärkt den Open-Source-Markt fördern und Entwickler mehr an den Internas des .NET Framework teilhaben lassen. In vielen Situationen hätte mir ein Einblick in dokumentierte Sourcecodes das Entwickeln einfacher gemacht. Im Großen und Ganzen macht Microsoft aber einen guten Job und ich glaube, dass sie mit .NET 2.0 und dem Visual Studio 2005 technisch gesehen einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gehen.

Wenn du nicht Programmierer geworden wärest, was wäre dann heute dein Beruf?
Mediziner, da mein Interesse bereits seit Jahren verschiedenen Bereichen der Medizin gilt und ich an die Möglichkeiten und Chancen, die größtenteils noch im Verborgenen liegen, glaube. Allerdings würde ich das Thema Informatik auch dort auf irgendeine Art und Weise wieder aufgreifen wollen.

Was ist dein momentanes Lieblingsbuch?
Ein Lieblingsbuch gibt es zurzeit leider nicht, da ich durch meine Projekttätigkeiten ausgelastet bin. Falls ich jedoch wieder Zeit für das Schmökern finden sollte, würde ich zum zweiten Mal das philosophisch angehauchte und mit schrägem Humor versehene „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams lesen.

Autorenporträt: Martin Szugat

Was ist für Dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Meine Ideen zu verwirklichen und zu testen, sie immer wieder umzustrukturieren und zu verbessern und am Ende zu sehen, dass es auch anders ginge und wieder von vorne zu beginnen.

Was ist für Dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Zu viele Ideen im Kopf und zu wenig Zeit sie zu realisieren. Eine direktere Mensch-Maschine-Anbindung wäre daher die ultimative Idee.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren Deine Arbeit beeinflusst?
Zum einen dadurch, dass es mir mehr Zeit verschafft hat, indem es meine Arbeit beschleunigt hat – dies dank der umfangreichen Klassenbibliothek, die es einem erlaubt auf zahlreiche vorgefertigte Komponenten zurückzugreifen. Aber zum anderen auch dadurch, dass es meinen Gedanken mehr Klarheit verschafft – der Schritt in Richtung mehr Objektorientierung war daher sehr wichtig.

Wenn Du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest Du ändern?
Alles in allem machen die Manager und Programmierer von Microsoft einen guten Job. Ich würde mich daher freuen, wenn sich Microsoft auch auf anderen Gebieten stärker betätigen würde, zum Beispiel in der Bioinformatik. Hier fehlen vor allem standardisierte Formate und benutzerfreundliche Tools. Word lässt sich z.B. ohne umfangreiches Studium schnell erlernen und wird von vielen Programmen unterstützt – in der Bioinformatik gibt es leider nichts Vergleichbares. Ein Open-Source-Format wäre mir natürlich lieber, aber auch in diesem Bereich macht Microsoft ja zumindest kleine Fortschritte.

Wenn Du nicht Programmierer geworden wärest, was wäre dann heute Dein Beruf?
Schwierig, ich habe nichts anderes gelernt. Vielleicht Philosoph, obwohl sich der nicht wesentlich vom Programmierer unterscheidet. Der Programmierer hat nur den Vorteil, dass er seine Gedanken in ausführbare Programme manifestieren kann – und dafür bezahlt wird.

Was ist Dein momentanes Lieblingsbuch?
Das über 1000 Seiten starke Standardwerk Biochemie von Stryer, allerdings eher auf Grund meines Bioinformatik-Studiums. Für IT-Infos ist das Web das Buch der Bücher – allen voran die sozialen Erscheinungen der letzten Jahre, sprich Blogs und Wikis. Das Buch, das bei mir in letzter Zeit am meisten Eindrücke hinterlassen hat, war jedoch Computerphilosophie von Klaus Mainzer – sehr empfehlenswert, sowohl für Philosophen als auch Programmierer.

Autorenportrait: Christian Gross

Christian Gross kennt die Softwareentwicklerszene seit Anfang der 80er Jahre. Nachdem er Ende der 90er Jahre seine Tätigkeit als Regional Director für Microsoft (eine ehrenamtliche Tätigkeit, die nur für wenige Entwickler in einem Land vorgesehen ist) niederlegte, widmete er sich dem Thema Open Source und ist nach wie vor davon überzeugt, dass hier die Zukunft liegt. Im deutschsprachigen Raum ist er vor allem als regelmäßiger Sprecher auf der Basta! bekannt. Im dot.net magazin schreibt er seit kurzem seine Kolumne über "Benimmregeln" für .NET-Enwickler.

Was ist für Dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Das Entwerfen einer Idee ohne Grenzen und Einschränkungen. Ich bin eigentlich Maschinenbau-Ingenieur. Beim Entwurf eines Autos oder einer Maschine gibt es immer Grenzen bei dem, was du tun kannst und was aus den verschiedenen Gründen nicht geht. Beim Schreiben von Software gibt es dagegen keine Grenzen, nur solche, die durch die Natur von Software auferlegt werden.

Was ist für Dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Der ganze Papierkram und das Beantworten solcher Fragen (nur ein Scherz). Was mich etwas stört, ist der große Aufwand, um sich verständlich zu machen. Oft denken Entwickler, dass das Schreiben der besten Software der wichtigste Aspekt ist. Ein Programm-Manager hat mir einmal erzählt, dass ein gutes Team auch in Assembler guten Code schreiben kann, während ein schlechtes Team mit Visual Basic immer schlechten Code produziert. Wir glauben manchmal, dass eine Art Zauberstab dafür sorgt, dass alles funktioniert. Es gibt aber keinen Zauberstab, nur Papierkram und Kommunikation.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren Deine Arbeit beeinflusst?
Es hat meine Perspektive geändert, da wir jetzt in einer "managed world" leben. Es spielt keine Rolle, ob ich in Python, Perl oder Java programmiere, es ist immer eine virtuelle Maschine im Spiel. Dies ist eine große Veränderung in der Softwareindustrie, da dadurch die Rolle von C und C++ abgeschwächt wurde. Ich frage mich, warum nicht alle Entwickler in einer "managed" Umgebung programmieren.

Was würdest Du ändern, wenn Du für einen Tag Chef bei Microsoft wärest?
Bill Gates, Steve Balmer und den Rest vom Topmanagement in den Ruhestand schicken. Das ist natürlich absichtlich ein wenig überspitzt, zumal die Frage auch etwas künstlich ist, denn was kann man schon an einem Tag verändern? Um meine Antwort ausführlicher zu erklären, fehlt hier leider der Platz. Mehr dazu in meinem Blog unter http://www.devspace.com/Wikka/wikka.php?wakka=EssayOpenSourceWindow, wo ich ein Plädoyer für ein Open-Source-Windows halte. Die Kurzform ist, dass Microsoft eine Firma ist, die bislang Probleme hatte, ihren Platz im 21. Jahrhundert zu finden. Microsoft hat mit seinen Produkten nicht mehr jenen Einfluss, den es in der Vergangenheit besaß. Auch die Version-3-Regel ist so tot wie das gesamte 20. Jahrhundert. Es gibt Erfolge in einigen Bereichen, etwa beim Pocket PC, der XBox und natürlich bei .NET, doch das ist kein Vergleich zu früheren Zeiten. Aus irgendeinem Grund entwickelt Microsoft nicht mehr jene Dynamik wie noch zu Zeiten von Visual Basic 3.0 und Windows 95. Microsoft braucht eine frische Perspektive, daher meine etwas radikal anmutende Forderung. Um auf die Frage zurückzukommen, wäre ich CEO für ein Jahr würde ich Windows zu Open Source machen. Dieser Schritt würde Microsoft sowohl unsterblich machen als auch Linux "erledigen".

Wenn Du nicht Programmierer geworden wärest, was wäre dann heute Dein Beruf?
Das weiß ich selber nicht genau, zumal ich mir diese Frage schon gestellt habe. Ich glaube, dass ich mich mit Computern beschäftigen würde, da mich das Thema einfach seit Anfang der 80er Jahre fasziniert als ich meine ersten Programme geschrieben habe.

Was ist Dein momentanes Lieblingsbuch?
Zunächst wollte ich auf diese Frage eine intelligente und intellektuelle Antwort geben. Dann lief es aber darauf hinaus, dass ich selber gerade ein Buch schreibe und ich glaube, dass es gut ist -- was aber sicher alle Autoren von ihren Büchern denken. Ich interessiere mich sehr für Kunstgeschichte, da mich die Frage fasziniert, was gute Kunst ausmacht und wie sie sich über die Jahre verändert hat. IT-Architekturbücher sind auch wieder interessant geworden.

Autorenportrait: Jens Konerow

Was ist für Dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Der schönste Aspekt ist für mich die Lösung eines kniffligen Problems und die dazu gewonnenen Erkenntnisse.

Was ist für Dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Routineaufgaben, bei denen man zwar auf bereits fertigen Code zugreifen kann, aber viele Änderungen durchzuführen hat. Und solche Probleme, die unlösbar scheinen, wobei man am Ende vielleicht alles über den Haufen werfen muss und es an der Zeit ist, einen neuen Lösungsansatz zu finden. Das ist dann kurzfristig etwas deprimierend.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren Deine Arbeit beeinflusst?
Nur in positiver Richtung. Visual Basic ist nun viel leistungsfähiger und auch in Sachen DirectX tut sich etwas mehr, da Managed DirectX für alle .NET-Sprachen gedacht ist. Allerdings ist das .NET Framework noch kein Standard auf den Computern der Benutzer, was mich ein wenig enttäuscht. Freunden kann man somit nicht mal eben sein neues Projekt zum Ausprobieren schicken ohne auf den Download-Link des .NET Framework zu verweisen.

Wenn Du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest Du ändern?
An erste Stelle wohl meinen Kontostand ;). Ich würde veranlassen, dass in Managed DirectX die fehlenden Funktionalitäten hinzugefügt und die Dokumentation vervollständigt wird.

Wenn Du nicht Programmierer geworden wärest, was wäre dann heute Dein Beruf?
Architektur-Student

Was ist Dein momentanes Lieblingsbuch?
Im Moment habe ich kein Lieblingsbuch. Ich lese derzeit das Buch "Das Avalon-Projekt", welches ich von einer Freundin geschenkt bekommen habe. Man benötigt auch mal eine nicht technische Lektüre.

Autorenporträt: Sebastian Weber

Was ist für Dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Das Schönste an der Softwareentwicklung ist es, irgendwie "handwerklich" tätig zu sein. Etwas schaffen, formen, herstellen; dabei kreativ sein und sich in einem der komplexesten Gebiete unserer heutigen Zeit zu bewegen. Kein Projekt gleicht dem anderen, es gibt unentwegt neue Aufgaben und Herausforderungen.

Was ist für Dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Es gibt so viele spannende Themen, für die ich mir nicht – wie früher zu Studienzeiten – ganz unbekümmert Zeit nehmen kann. Beispielsweise finde ich nur noch selten Gelegenheit, mit Linux „zu spielen“, einfach mal einen Tag lang installieren und konfigurieren. Daher bleibt zwangsweise eine Fokussierung auf die mir wichtigsten Themen nicht aus, auch wenn andere Baustellen ebenfalls sehr spannend sind.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren Deine Arbeit beeinflusst?
Sehr – alle paar Jahre gibt es die Chance, bei einer neuen Technologie von Anfang an dabei zu sein. Besonders geprägt haben mich der Wechsel von DOS auf Windows und der Einzug des (kommerziellen) Internets. Den letzten großen Sprung habe ich mit dem .NET Framework erlebt und habe seit der ersten Stunde meine ganze Kraft darin investiert. Mit dem .NET Framework habe ich auch angefangen, Artikel zu schreiben und Vorträge zu halten – das hat mein Leben auf jeden Fall sehr beeinflusst.

Wenn Du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest Du ändern?
Ich würde meinen Tag dem Marketing widmen und an der Außenkommunikation arbeiten. Was mir immer wieder auffällt ist, dass viele die vorhandenen Microsoft-Technologien nicht richtig wahrnehmen. Nicht selten höre ich Fragen wie: "kann man solch eine kritische Anwendung mit .NET machen?" "Gibt es ein Konzept für Transaktionen?" Diese Fragen kommen wirklich nicht von Laien. Wichtige Informationen gehen auf dem normalen Informationsweg oft unter – kein Wunder, wenn man beispielsweise eine kleine Revolution wie den Microsoft Transaction Server (MTS) ganz nebenbei im "Option Pack" veröffentlicht ...

Wenn Du nicht Programmierer geworden wärest, was wäre dann heute Dein Beruf?
Eigentlich kam für mich nie etwas anderes als Softwareentwicklung in Frage. Ich habe schon in der Schulzeit programmiert, während andere sich Computerspielen widmeten. Basic, Pascal und C++, das waren sozusagen die Adventures meiner Jugend. Seitdem habe ich nie einen Tag ohne Programmierung im weitesten Sinne verbracht.

Was ist Dein momentanes Lieblingsbuch?
Ehrlich gesagt, denke ich wenig über Lieblingsfarben, Lieblingsessen, Lieblingsbücher und ähnliche "Lieblingsdinge" nach, aber spontan fallen mir zwei Bücher ein, die dieser Bezeichnung derzeit gerecht werden: The Pragmatic Programmer sowie die derzeit noch ultimative Bibel zur SQL-Server-2005-Programmierung A First Look at SQL Server 2005 for Developers. Das neue Referenzwerk zur SQL-Server-2005-Programmierung ist im Anmarsch, versprochen. :)

Autorenporträt: André Wussow

Was ist für Dich der schönste Aspekt beim Programmieren?
Programmieren ist für mich eine gewisse Art von Philosophie, da auch hier Logik, Ethik und die Metaphysik grundlegende Bestandteile darstellen. Als Programmierer muss ich den Weg des konventionellen Denkens verlassen und mich in Probleme hineinversetzen können um Lösungen zu erschaffen. Interessant bei der Lösungsentwicklung ist allerdings, dass es, wie bei der Philosophie auch, keine eindeutige Lösung gibt, sondern mehrere Lösungsansätze, die mir als Programmierer auch eine gewisse Vielfalt und Freiheit geben. Und genau das ist für mich der schönste Aspekt bei der Sache.

Was ist für Dich ein weniger schöner Aspekt bei der täglichen Arbeit?
Dass der Tag lediglich mit 24 Stunden aufwartet. Ich kann mit wenig Schlaf (ja, eine typische „Programmierer-Krankheit“) durchaus meine Aufgaben und meine tägliche Arbeit erledigen, aber eigene Projekte und Ideen bleiben, wenn überhaupt, meist auf dem Papier zurück und verweilen dann dort. Auch andere spannende Technologien oder Möglichkeiten müssen leider aufgrund von Zeitmangel manchmal auf der Strecke bleiben.

Wie hat das .NET Framework in den letzten Jahren Deine Arbeit beeinflusst?
Nun ja, es hat mich immer weiter in seinen Bann gezogen. Ich habe damals recht viel mit Visual Basic gearbeitet und konnte mit diesem Wissen relativ unkompliziert auf .NET umsteigen. Im Laufe der Zeit ist analog mit dem .NET Framework natürlich auch Visual Basic enorm gewachsen und wesentlich leistungsfähiger geworden. Auch in Sachen Objektorientierung hat sich einiges getan. Mittlerweile programmiere ich allerdings mehr in C# und bin froh, Desktop- und Webanwendungen, sowie für mobile und eingebettete Systeme, in einer Sprache schreiben zu können. Das .NET Framework gibt mir die Vielfalt und Freiheit, die ich brauche.

Wenn Du für einen Tag Chef von Microsoft wärest, was würdest Du ändern?
Ich würde den Open-Source Sektor mehr unterstützen und Linux mehr Aufmerksamkeit schenken. Ansätze sind ja bereits vorhanden, allerdings könnte eine Unterstützung in meinen Augen intensiviert werden, was für Microsoft natürlich auch entschiedene Vorteile mit sich bringen würde.

Wenn Du nicht Programmierer geworden wärest, was wäre dann heute Dein Beruf?
Psychologe oder Philosoph. Aktuell grübele ich, ob ich nach meinem Informatik Studium noch ein Psychologie-Studium anhängen möchte, aber das steht noch in den Sternen. Die Philosophie ansonsten ist ein kleines Hobby von mir.

Was ist Dein momentanes Lieblingsbuch?
Zum einen bin ich natürlich ein typischer Informatiker, der sich auch nebenher noch mit technischen Lektüren rumquält und lese aktuell „mobile messaging – technologies and services“ von Gwenaël Le Bodic. Aber da man auch einmal einen nicht technischen Ausgleich braucht, lese ich nach der Biographie von Linus Torvalds „Just for fun“ das Buch „Über den Traum“ von Sigmund Freud.


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